neuigkeiten
die frau
das maedchen
der mann
der klan
bilder
don camisi

fan70.ch

baseggio.net

tempus-fugit.ch

   eng
Don Camisi und Herr Moli
Die wundervolle Welt der Missverständnisse
Wir haben schon oft über falsch verstandene Liedtexte oder falsch ausgesprochene Wörter gelacht. Gerne nehmen wir auch weitere Sprachblüten in die Liste auf, eine Mail an don-camisi@baseggio.com reicht!


"Cuore matto, matto halligalli"
Als ich meinen Eltern erzählte, dass ich bei iTunes den 60-er Hit "Cuore matto" von Little Tony heruntergeladen hätte, begann meine Mutter sogleich lautstark zu trällern "Cuore matto, matto halligalli!" Man habe das früher immer so gesungen, meinte die erstaunte Sängerin, als mein Vater und ich ihr eröffneten, dass der eigentliche Text "Cuore matto, matto da legare" laute.
Little Tony's Hit von Helen Ende Januar 2009 Ballermann-tauglich gemacht.

"Deaf Leopard"
Kingston FE College ca. 1989, male toilets, first floor, back of loo door: young illiterate softrocker acclaiming his admiration for the UK MOR combo had scrawled in huge, yet childlike letters 'DEAF LEOPARD', accompanied by a felt tip illustration of a big cat's head, tongue hanging wildly out, yet no hearing aid visible.
Wrong on several levels, but this misplaced tribute fascinated me on a daily basis. Note: KCFE had 3 student cliques back then. Illiterate British Asian wannabe gangsters, illiterate Black British wannabe gangsters, illiterate soap-dodging wannabe rockers. I guess I was closest to the latter, but received an A in A-level English from there, somewhat destroying my soap-dodging credentials. My French teacher was a lesbian MILF. It doesn't get much better than that.
Andrews düstere Schulzeit auf den Punkt gebracht. What a contribution, thanks mate!

"Etwer"
Als Kind war ich felsenfest davon überzeugt, dass das Pendant für "öpper" respektive "someone" im Schriftdeutschen "etwer" hiess. Schliesslich heisst es ja auch "öppis", "something", "etwas"! Da soll noch einer sagen, die deutsche Sprache sei logischer als der Schweizer Dialekt oder das Englische...
Pia mit einem durchaus umsetzbaren Vorschlag zur Vereinfachung der deutschen Sprache.

"Guanta una mela, Maria!"
Wohlwissend, dass es sich nicht um einen italienischen Song handelte, sang ich als kleiner Knopf inbrünstig "Guanta una mela, Maria guanta una mela", was soviel heisst wie "Ergreife einen Apfel, Maria ergreife einen Apfel".
20 Jahre später hat mich [meine Frau]
Claudia darauf aufmerksam gemacht, dass es bei diesem Refrain um ein Bauernmädchen aus Guantánamo (Kuba) geht: "Guantanamera, guajira (nicht Maria) Guantanamera, Guantanameeeeeeeera, guajira Guantanameeera".
Italianisiert von Mauri, mille grazie!

"Helioktober und Schpidole"
Meine kleinkindliche Version der Wörter "Helikopter" und "Pistole". Es stellt sich die inspirierende Frage, ob ein Helioktober auch im November flugfähig ist.
Mario, 1974.

"Herr Moli"
Als Kind ging ich unglaublich gerne bei Herrn Moli einkaufen. In meiner Vorstellung war Herr Moli ein kleiner, beleibter Mann mit wenig Haaren auf dem Kopf und rosigen Apfelbäckchen. Was mich hingegen mit Erstaunen erfüllte, war die Tatsache, dass es ihn gleich zweimal geben musste. Schliesslich sprach meine Mutter jeweils davon, zum Herrn Moli in Brugg oder zu Herrn Moli in Zürich zu gehen.
Heute gibt es Herrn Moli nicht mehr. Es geht das Gerücht, er habe seine beiden Läden der Warenhauskette Jelmoli verkauft und lebe seither zurückgezogen mit seiner grossen Liebe, Tante Emma.
Evas Kindereinkaufsparadies...

"I got head lice to guide me thru the night"
Der Song "Open Road" von Bryan Adams scheint kleinen Tierchen eine ganz grosse Verantwortung zuzugestehen. Andrew verstand in seiner Jugend (lang ist's her...) deutlich die Worte "I got head lice to guide me thru the night", Kopfläuse also, die eine Art Navigationssystem dienen sollen. Jahre später kam ihm das Gerücht zu Ohren, dass Bryan "Headlights" (Scheinwerfer) gemeint haben soll.
Danke, Andrew für diesen Beitrag zur Wiederherstellung des guten Rufs von Parasiten.

"I got my first real sex dream"
Eigentlich "I got my first real six-string" aus dem Song "Summer of 69" von Bryan Adams. Ich war stets beeindruckt von der scheinbaren Freizügigkeit dieses Liedes...
Sinnlich verstanden von Mario, um 1986.

"Integriden"
Vor fast genau 20 Jahren arbeitete ich mit einer Kollegin zusammen, die sich jeden Dienstag die Serie Dallas ansah. Sie erzählte mir begeistert über die "Integriden" die dort allerorten stattfanden. Ich fand dieses Wort so herrlich, ich benutze es noch heute.
Ein Beitrag von Anja "JR." Hame

"Jet Lamponi"
Als Vorbereitung für den Besuch im Basler Zolli surfen Eva und Sophia auf dessen Website und lesen die Namen der Tiere laut vor. Ich verstehe "Jet Lamponi" und bin sogleich fasziniert. "Jet Lamponi"! Was mögen das wohl für Tiere sein? Ich stelle mir geschmeidige Kalmare vor, wie sie mit ihrem Jet-Antrieb in die Weiten des blauen Ozeans entschwinden. Ich frage mich, ob sie ihren Namen aufgrund ihrer Form oder ihrer Farbe tragen. "Lamponi" ist italienisch für "Himbeeren", also wäre beides möglich. Ich frage meine Frauen: "Wisst ihr, was Jet Lamponi sind?" Meine Entäuschung ist gross, als ich feststelle, dass ich mich offenbar verhört habe, denn im Basler Zolli hat es Shetlandpony...
In Marios Reich der wilden Tiere (August 2012)

"Jetzt müemer no am Hode bocke!"
Während der Kantizeit verspätete sich eine Kollegin und ihre Freundin über den Mittag. Als sie ins Klassenzimmer eintraten, war es bereits ziemlich dunkel drin, denn für den Nachmittag war eine Filmvorführung angesagt. Im Halbdunkel tasteten sie sich vor auf der Suche nach freien Stühlen, bis meine Kollegin laut ausrief, so dass es alle hören konnten: "Hou, jetzt müemer no am Hode bocke!"
Pia begleitet ihre Schulkollegin in den Darkroom. Merci für den Beitrag!

"Just Another Break in the Wall"
Ohne Englischkenntnisse bietet sich diese Deutung der Textzeile aus Pink Floyd's Wall an: Wieder ein Riss in der Mauer. Damit ist es mir gelungen, das genaue Gegenteil von der eigentlichen Aussage - "Another Brick in the Wall" - ins Lied hineinzuinterpretieren. Wie beruhigend, dass auch mein Chef Felix, wie er mir vor wenigen Tagen während einer Autofahrt ausführte, denselben (Un)Sinn im Text heraushörte.
Marios geistiger Backstein anfangs der Achtziger

"Kopf ab!"
Eines Morgens telefonierte mein Arbeitskollege mit jemandem, den er für eine sehr gelungene Leistung loben wollte. Voller Begeisterung setzte er an: "Einfach super! ...Kopf ab!" Wir beide prusteten los vor Lachen, während die arme Person am anderen Ende der Leitung zuerst gar nicht recht wusste, wie ihr geschah. Weshalb "Kopf ab"? Nun, eine Mischung aus "Kopf hoch" (wohl die Intention, durch Lob Mut zu machen) sowie "Hut ab". Eine sogenannte Katachrese, also Vermischung zweier Sprichwörter, wie mich Mario Jahre später gelehrt hat.
Pia schildert ihr Erlebnis mit unserem sehr geschätzten Kollegen Walti. Danke!

"Like Frankenstein, I did it my way"
Bon Jovis Individualismushymne "It's my Life" enthält die Zeile "Like Frankie said, I did it my way". Bis zum Herbst 2006 (!) war ich davon überzeugt, dass Jon auf die eigenwilligen Experimente von Mary Shelleys Romanfigur Bezug nimmt. Ich gebe aber zu, dass Sinatra näher liegt.
Gehört in Mario's Way...

"Massgebende Fleischerware"
Sophia trällert beim Frühstück fröhlich die Arie "Ein Mädchen oder Weibchen Wünscht Papageno sich!" aus der Zauberflöte. Speziell die Passage "dann könnt' ich mit Würsten mich messen" stösst auf reges Interesse beim einzigen Zuhörer.
Sophia beleidigt den Hochadel im Januar 2013

"Mit Blaulicht und Jakobshorn"
Auf einer längeren gemeinsamen Autofahrt beschrieb meine Arbeitskollegin Pia, wie sie in einem Wagen "mit Blaulicht und Jakobshorn" über die Strassen Shanghais gebraust sei. Dieses Auto muss über einen ziemlich grossen Gepäckträger verfügt haben...
Pia tauft das Martinshorn Ende August 2009 um

"Pischnat, Pischtal und Tefilon"
Nun, in die Rubrik kindliche Versprecher kann auch ich so einiges einbringen. So machte ich aus Spinat und Spital Pischnat und Pischtal, das Telefon wurde kurzerhand zum Tefilon (ob da der Gedanke an ein Teflon-Telefon Vater des Gedankens war? Vielleicht eine gute Idee für chronische Vieltelefonierer). Besonders gut gefielen mir anscheinend die Wörter Ananas und Pyjama, sie wollte ich besonders auskosten und verlängerte sie daher in Anananas und Pyjajama.
Evas kindliche Versprecher

"Protocoschta, Stubenia und Schaffesche-schamesche!"
Da wir in einem sizilianischem Umfeld aufwuchsen, waren viele Begriffe für meine Eltern neu oder es gab schlicht kein Wort dafür im italienischen/sizilianischen Wortschatz. Eines davon war die "Bratwurst". Es muss wohl an einem längst vergangenen Tag beim Gang zum Metzger phonetisch aufgepickt worden sein, denn wir kannten diese Wurst als "Protocoschta".

Ein solches Wort war auch "Stube". Die hiess bei uns, mangels eines italienischen Wortes, "Stubenia". Italiener waren schon immer erfindungsreich - oder manchmal auch nur bequem. ;-)

Und für das Letzte muss man ein bisschen 1960er Geschichte kennen: Ich erinnere mich an die Zeit, da Samstagsarbeit normal war. Dann kam plötzlich der "freie Samstag" und das Verbot, am Samstag zu arbeiten. Zu der Zeit war es für die italienischen Gastarbeiter aber üblich, soviele Stunden wie möglich zu arbeiten, um möglichst viel Geld nach Hause zu schicken. Deshalb wurde das Verbot oft missachtet oder es wurde sogar vom Vorgesetzen verlangt, Samstags zu arbeiten und Überstunden zu leisten. So wurde der Ausdruck "Schaffsch am Samschtig?!" zu einem Synonym für "gehts dir noch? Spinnst du am Samstag zu arbeiten!". Das muss wohl auf den Baustellen oft gesagt worden sein, denn mein Vater verstand es zwar nicht, aber wusste welche negative Bedeutung damit einher ging. Nur sagte er "Schaffesche-schamesche!". Es hat uns einiges Kopfzerbrechen bereitet, herauszufinden wie es auf Deutsch korrekt hiess und was damit überhaupt gemeint war...
Nino teilt seine italienischen Jugenderinnerungen, mille grazie!

"Smooth Calming Water"
In unserem Kantilager in Rom 1989 habe ich immer inbrünstig "Smooth, Calming Water" statt "Smoke on the Water" (Deep Purple) geträllert. Wie konnte das nur passieren? Lag es an meinen fehlgesteuerten Lauschern, an den römischen Männern oder vielleicht doch eher daran, dass ich ein totales Sprachenantitalent bin? Geht man davon aus, wie köstlich Herr Kuhn (Englischlehrer) sich bei meiner mündlichen Englischmatur amüsiert hat, denke ich, es war wohl Letzteres...
Beitrag von Manu, vielen Dank!

"Sofeuil"
Der Sofeuil...kein kindlicher Verprecher, sondern ein frühes Zeichen meines logischen Genius. Es liegt ja schliesslich auf der Hand: Es gibt ein Sofa, also gibt es auch einen Sofeuil. Welcher Idiot kam auf die Idee, einen bequemen Sessel Fauteuil zu nennen? Vollkommener Quatsch und so was von unlogisch, Sofeuil muss das heissen! Systematik braucht das Land.

Wenn ich ehrlich bin, noch heute muss ich überlegen, welches Wort denn nun nach einfacher Volksweise für den bequemen Sessel gebraucht wird. Wie ich jeweils zur Lösung komme? Ich entscheide mich für die unlogische Variante.
Die logische Welt der Eva M.

"Sonne Lematine"
Im Kindergarten war das Lied "Frère Jacques" sehr beliebt und wir sangen es in diversen Sprachen. Meine Lieblingsversion war die französische. Voller Insbrunst sang ich "Fräre Schagge, Fräre Schagge, dorme wu, dorme wu, Sonne Lematine, Sonne Lematine, bim bam bum." Dabei stellte ich mir genüsslich vor, wie der Bruder Jakob an der warmen Morgensonne eine Ovomaltine mit leichtem Zitronengeschmack schlürfte - eben eine Lematine. (Ich wuchs englischsprachig auf, deshalb die Vermischung von lemon & Ovomaltine.)
Eine tolle Interpretation inkl. kulinarischer Geschäftsidee, danke Pia!

"Trentin Quarentino"
«Schatz, hast du gesehen, diese Frau könnte dem Aussehen nach aus einem Film von Trentin Quarentino stammen?» Die Antwort auf diese Frage ist mir Eva schuldig geblieben, schallendes Gelächter hat sie für die nächsten 5 Minuten am Sprechen gehindert...
Marios Buchstabenverdreher Mitte April 2007.

"Words, Don Camisi!"
Diese Interpretation hat unserer Rubrik den Namen gegeben, sie ist gewissermassen die Mutter aller Missverständnisse. F.R. Davids Song "Words" aus dem Jahr 1982 enthält die Zeile "Words don't come easy". Ohne Englischkenntnisse, dafür mit italienischem Background war für mich immer klar, dass es in diesem Lied um einen Mann namens Don Camisi ging. Irgendwie war er wohl in ein Verhör geraten, bei dem er aufgefordert wurde, endlich sein Geheimnis preiszugeben, eben "Words, Don Camisi". Wer war er, dieser Don Camisi? Ein Mafioso, ein Mitglied der ehrenwerten Gesellschaft? Oder lediglich ein einfacher Hemdenschneider, der unschuldig in die Fängen der Justiz geraten war? Man wird es wohl nie erfahren.
Seit 1982 nimmt Mario am Schicksal von Don Camisi regen Anteil

Liedtext: Christliche Animisten?
"Denn wir sind Mongolen (Ha, Ha, Ha, Ha), und der Teufel kriegt uns früh genug!" heisst es in Ralph Siegels Hit "Dschingis Khan" aus dem Jahr 1979.
Der Teufel liegt bekanntlich im Detail...

© 2017 baseggio.com | moehlecke.com